Ich glaube ich habe gar keine Städtereise gebucht, sondern einen Aktivurlaub.
Jeder Ausflug bedeutet hier 20 min Laufen zum Bahnhof und
abends dasselbe durch die hügeligen Straßen zurück.
Montag
Hello Kitty Land (siehe „Wieviel rosa passt in einen Tag?“)
Also zum Bahnhof, eine gute halbe Stunde U-Bahn-Fahren
(mit Sitzplatz, da die arbeitende Bevölkerung schon auf der Arbeit war), 5 min
Laufen in das große Gebäude und dann dort mehrere Stunden staunend herumgehen.
Natürlich unterbrochen von kleinen Pausen zum Essen. Abends wieder heimfahren
und –laufen. Zusammen bestimmt 6 Std.
Am Dienstag ging es nach dem Frühstück 20 min zum
Bahnhof, dann unterirdisch ca. 20 min zum Rathaus, wo eine zweistündige Führung
durch den Stadtteil Shinjuku und die Essensabteilung eines Department-Stores
anstand. Bis wir uns in einem Restaurant des Kaufhauses zum Mittagessen
niederließen, hatten wir einige Kilometer zurückgelegt.
Anschließend Bahnfahren, durch diverse Geschäfte bummeln,
Spielautomaten-Hallen besuchen, Bahnfahren, Karten für Disneyland besorgen,
heimlaufen. Wieviel das wohl wieder war? Stundenmäßig 9-10.
Am Mittwoch waren wir im Komplex des Tokyo Sky Tree.
Den Bericht kennt ihr ja.
Diesmal war es nicht nur das Laufen sondern auch das
Anstehen 1 Stunde lang, das die Füße gestresst hat. Zum Glück hatten wir einen Sitzplatz in der
Bahn auf der Heimfahrt zum Ausruhen vor dem Heinweg. Insgesamt sind wir auch
heute gut und gerne 8-9 Stunden auf den Beinen gewesen.
Donnerstag
Vormittags Kurz-Shoppen in Shinjuku, das 3 Bahnstationen
entfernt ist.
Disneyland ab 18.00 Uhr, wobei alleine die Lauferei
unterirdisch zum Umsteigen schon tödlich war.
Das war noch ein Grund mehr für die Heimfahrt im Bus.
Wenigstens sind auch die älteren Bahnhöfe und
U-Bahn-Stationen hier sauber und geruchslos im Gegensatz zur Metro in Paris……
Gesamtpensum circa 6-7 Std.
Freitag
Nach dem Frühstück wieder zum Rathaus als Treffpunkt für
die Führung durch die Jugendeinkaufs-strasse Takeshita Dori und die noblere
Omotesando. Dauer: 2 Std. Hier stehen Leute sogar für Popcorn an! Wie das wohl
schmeckt?
Nach Trubel, zu lauter Musik und Pflastertreten endlich
Erholung für die Ohren und Füße im Park. Dauer: 1 Std. 20 min. Den Blog zu
diesem Tag kennt ihr ja. Völlig erschöpft von der Hitze und zu viel Laufen sind
wir abends zuhause angekommen. Zum ersten Mal in diesem Urlaub bin ich kurz vor
Kopfschmerzen, nachdem wir auch diesmal ein Pensum von gut 10 Std. hatten.
Samstag, 31.5.
Ruhe- und Pausetag. Wir sind beide völlig fertig.
Als einzigen Ausflugspunkt hatten wir abends gegen 18.00
Uhr ein Kaufhaus hier um die Ecke. Wie immer nettes Angebot und super nette
Verkäuferinnen. Auf dem Heimweg gab es einen Burger der Kette „Freshness Burger“.
Bei Hähnchen kein durchgemüllertes
Fleischpatty mit Panade sondern ein super gut gewürztes Stück Fleisch, lecker
gegrillt und das Rindfleisch durch, aber saftig. Absolut empfehlenswert.
Danach „Besuch“ bei den Baby Dolls. Hunde- und
Katzenbabys im Alter von 6-8 Wochen in einem winzigen Geschäft in Aquarium-Kästen
von je 0,5 qm Grundfläche. Ein Blatt Papier als Unterlage, kein Fressen aber
eine Wasserflasche. Immerhin bilden wir uns ein, dass es andere Tiere waren,
als bei unserem letzten Besuch vor 2-3 Tagen. Wir hoffen, sie müssen nicht
allzu lange unter diesen Bedingungen ausharren.
Sonntag, 01.06. Lolita-Treff
Siehe Blog. Laufpensum gut und gerne 10 Stunden
Mülleimer gibt es seit dem Terroranschlag einer Sekte
1995 im öffentlichen Raum nicht mehr. Mülleimer finden wir nur vor dem
Damentoiletten. Man nimmt seinen Abfall mit.
Das funktioniert fast überall.
Vielleicht auch wegen der allgegenwärtigen Polizisten, die
als Auskunftsposten, Aufsicht und Eingreiftruppe fungieren. Der Führer vom
Freitag hat uns ausdrücklich empfohlen, uns an sie zu wenden bei Problemen.
Himmlische Verhältnisse mit Freunden und Helfern greifbar, wenn man sie
braucht.
Vor dem Polizeiposten auf der Omotesando war eine Anzeige
mit den Toten und Verletzten vom Vortag: 1 und 148. Ob für Tokio-Stadt oder
-Verwaltungsbezirk, weiß ich nicht, die Bezugszahl schwankt also zwischen 8
und 22
Millionen. Wie das Verhältnis wohl
in Frankfurt oder den USA aussieht?
Sitzbänke gibt es nur an Bushäuschen. Das ist
schrecklich, man kann sich nur in Restaurants, Bars, Cafes ausruhen.
Ich hätte einen Schrittzähler mitnehmen sollen um mir
selber nachzuweisen, dass ich einen Aktiv-Urlaub mache! Ich laufe hier an einem
Tag so viel, wie sonst gut und gerne in einer Woche.
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