Montag, 2. Juni 2014

Mamas Gedankenfetzen: Aktivurlaub



Ich glaube ich habe gar keine Städtereise gebucht, sondern einen Aktivurlaub.
Jeder Ausflug bedeutet hier 20 min Laufen zum Bahnhof und abends dasselbe durch die hügeligen Straßen zurück.

Montag
Hello Kitty Land (siehe „Wieviel rosa passt in einen Tag?“)
Also zum Bahnhof, eine gute halbe Stunde U-Bahn-Fahren (mit Sitzplatz, da die arbeitende Bevölkerung schon auf der Arbeit war), 5 min Laufen in das große Gebäude und dann dort mehrere Stunden staunend herumgehen. Natürlich unterbrochen von kleinen Pausen zum Essen. Abends wieder heimfahren und –laufen. Zusammen bestimmt 6 Std.

Am Dienstag ging es nach dem Frühstück 20 min zum Bahnhof, dann unterirdisch ca. 20 min zum Rathaus, wo eine zweistündige Führung durch den Stadtteil Shinjuku und die Essensabteilung eines Department-Stores anstand. Bis wir uns in einem Restaurant des Kaufhauses zum Mittagessen niederließen, hatten wir einige Kilometer zurückgelegt.
Anschließend Bahnfahren, durch diverse Geschäfte bummeln, Spielautomaten-Hallen besuchen, Bahnfahren, Karten für Disneyland besorgen, heimlaufen. Wieviel das wohl wieder war? Stundenmäßig 9-10.

Am Mittwoch waren wir im Komplex des Tokyo Sky Tree.
Den Bericht kennt ihr ja.
Diesmal war es nicht nur das Laufen sondern auch das Anstehen 1 Stunde lang, das die Füße gestresst hat.  Zum Glück hatten wir einen Sitzplatz in der Bahn auf der Heimfahrt zum Ausruhen vor dem Heinweg. Insgesamt sind wir auch heute gut und gerne 8-9 Stunden auf den Beinen gewesen.

Donnerstag
Vormittags Kurz-Shoppen in Shinjuku, das 3 Bahnstationen entfernt ist.
Disneyland ab 18.00 Uhr, wobei alleine die Lauferei unterirdisch zum Umsteigen schon tödlich war.
Das war noch ein Grund mehr für die Heimfahrt im Bus.
Wenigstens sind auch die älteren Bahnhöfe und U-Bahn-Stationen hier sauber und geruchslos im Gegensatz zur Metro in Paris……
Gesamtpensum circa 6-7 Std.

Freitag
Nach dem Frühstück wieder zum Rathaus als Treffpunkt für die Führung durch die Jugendeinkaufs-strasse Takeshita Dori und die noblere Omotesando. Dauer: 2 Std. Hier stehen Leute sogar für Popcorn an! Wie das wohl schmeckt?
Nach Trubel, zu lauter Musik und Pflastertreten endlich Erholung für die Ohren und Füße im Park. Dauer: 1 Std. 20 min. Den Blog zu diesem Tag kennt ihr ja. Völlig erschöpft von der Hitze und zu viel Laufen sind wir abends zuhause angekommen. Zum ersten Mal in diesem Urlaub bin ich kurz vor Kopfschmerzen, nachdem wir auch diesmal ein Pensum von gut 10 Std. hatten.

Samstag, 31.5.
Ruhe- und Pausetag. Wir sind beide völlig fertig.
Als einzigen Ausflugspunkt hatten wir abends gegen 18.00 Uhr ein Kaufhaus hier um die Ecke. Wie immer nettes Angebot und super nette Verkäuferinnen. Auf dem Heimweg gab es einen Burger der Kette „Freshness Burger“.  Bei Hähnchen kein durchgemüllertes Fleischpatty mit Panade sondern ein super gut gewürztes Stück Fleisch, lecker gegrillt und das Rindfleisch durch, aber saftig. Absolut empfehlenswert.

Danach „Besuch“ bei den Baby Dolls. Hunde- und Katzenbabys im Alter von 6-8 Wochen in einem winzigen Geschäft in Aquarium-Kästen von je 0,5 qm Grundfläche. Ein Blatt Papier als Unterlage, kein Fressen aber eine Wasserflasche. Immerhin bilden wir uns ein, dass es andere Tiere waren, als bei unserem letzten Besuch vor 2-3 Tagen. Wir hoffen, sie müssen nicht allzu lange unter diesen Bedingungen ausharren.

Sonntag, 01.06. Lolita-Treff
Siehe Blog. Laufpensum gut und gerne 10 Stunden

Mülleimer gibt es seit dem Terroranschlag einer Sekte 1995 im öffentlichen Raum nicht mehr. Mülleimer finden wir nur vor dem Damentoiletten. Man nimmt seinen Abfall mit.
Das funktioniert fast überall.
Vielleicht auch wegen der allgegenwärtigen Polizisten, die als Auskunftsposten, Aufsicht und Eingreiftruppe fungieren. Der Führer vom Freitag hat uns ausdrücklich empfohlen, uns an sie zu wenden bei Problemen. Himmlische Verhältnisse mit Freunden und Helfern greifbar, wenn man sie braucht.
Vor dem Polizeiposten auf der Omotesando war eine Anzeige mit den Toten und Verletzten vom Vortag: 1 und 148. Ob für Tokio-Stadt oder -Verwaltungsbezirk, weiß ich nicht, die Bezugszahl schwankt also zwischen 8 und  22  Millionen.  Wie das Verhältnis wohl in Frankfurt oder den USA aussieht?

Sitzbänke gibt es nur an Bushäuschen. Das ist schrecklich, man kann sich nur in Restaurants, Bars, Cafes ausruhen.

Ich hätte einen Schrittzähler mitnehmen sollen um mir selber nachzuweisen, dass ich einen Aktiv-Urlaub mache! Ich laufe hier an einem Tag so viel, wie sonst gut und gerne in einer Woche.

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